So schneiden Sie Ihre Gehölze richtig.

Der Schnitt von Ziergehölzen stellt viele Gartenbesitzer immer wieder vor Herausforderungen. Wir erklären Ihnen wie Sie Ihre Gehölze richtig schneiden.

„Wie schneide ich? Wann schneide ich?“ – das sind die häufigsten Fragen bezüglich des Gehölzschnitts.

„Warum schneide ich?“ sollte allen voran die Frage sein, die Sie sich vor jeder Schnittmaßname stellen sollten. Mögliche Gründe für einen Schnitt können sein:

  •  Pflanzschnitt bei wurzelnackten Pflanzen bspw. Obstgehölze, Rosen oder Heckenpflanzen
  • Entfernen von kranken, abgestorbenen oder befallenen Zweige
  • Anregen des Wachstums von Blütenholz
  • Verjüngung des Gehölzes – entfernen von vergreisten Trieben
  • Regulierung der Wuchshöhe, – Breite und – Form

Hierzu ist zu wissen, dass das resultierende Wachstumsverhalten gewissen Schnittgesetzen unterliegt. Ein starker Rückschnitt verursacht ein starkes Wachstum. Je weniger Austriebspunkte – die sogenannten Augen – verbleiben, desto stärker ist mit Austriebsbeginn der Saftdruck auf die jeweiligen Augen und ein starker Zuwachs ist die Folge. Der Druck ist an den äußersten Augen eines Triebes am höchsten. Hier ist mit dem stärksten Wachstum zu rechnen.

Pflanzschnitt bei wurzelnackten Pflanzen:

Ein Pflanzschnitt ist nur notwendig, wenn es sich um wurzelnackte Laubgehölze handelt. Hierzu wird das Wurzelwerk etwas eingekürzt, um ein zügiges Anwachsen zu stimulieren. Da die beschnittenen Wurzeln weniger Wasser aufnehmen können, muss die beim Austrieb entstehende Blattmasse reduziert werden. Hierzu werden alle vorhandenen Triebe um ca. ein Drittel eingekürzt.

Entfernen von kranken, abgestorbenen oder befallenen Zweigen:

Wenn kranke oder beschädigte Triebe entfernt werden sollen, wird bis ins gesunde Holz zurück geschnitten. Nur hier kann eine Wundheilung stattfinden. Achten Sie ggf. auf Hygienemaßnahmen (Desinfektion), um nicht über das Schnittwerkzeug beispielsweise Pilzsporen auf gesunde Pflanzen(-teile) zu übertragen.

Anregen des Wachstums von Blütenholz:

Bezüglich des Schnitts werden blühende Gehölze in drei Gruppen unterteilt:

frühjahrsblühende, sommerblühende und besonders malerisch wachsende Gehölze.

Frühjahrsblühende Gehölze

Goldglöckchen

Die im Frühjahr blühenden Sträucher wie Goldglöckchen (Forsythia), Brautspiere (Spiraea arguta) und Schneeball (Viburnum) bilden ihre Blütenknospen bereits über den Sommer für das folgende Jahr. Man spricht von Blüten am zweijährigen Holz. Bei diesen Sträuchern ist es wichtig, wenn nötig, unmittelbar nach der Blüte einen Lichtungsschnitt durchzuführen. Hierbei werden die ältesten Triebe im Inneren der Pflanze bodentief heraus geschnitten. Das führt dazu, dass von dort aus junge, blühwillige Triebe entstehen, die bis zur Basis belaubt sind und einen dichten Strauch erzeugen. Diese im Frühsommer wachsenden Triebe bilden noch im selben Jahr die Knospen für eine üppige Blüte im nächsten Jahr. Diese neuen Triebe wachsen zwar meist sehr stark, überragen die eigentliche Endhöhe aber kaum. Durch diese Art des Schneidens können Sie ein häufig unerwünschtes Höhenwachstum vermeiden.
Ein Rückschnitt der Triebe – also das Einkürzen aller Triebspitzen – ist nicht ratsam, da dies die arttypische Wuchsform beeinträchtigt. Außerdem verzweigen sich die Sträucher an den Schnittstellen. Das führt zu einem überdurchschnittlich dichten Blätterdach und Pflanzen verkahlen im unteren Bereich wegen des Lichtmangels.

Sommerblühende Gehölze

Sommerflieder

Die sommerblühenden Sträucher wie Schmetterlingsflieder (Buddleja), Hibiskus, Bartblume (Caryopteris) und Sommerspieren (Spiraea japonica) bilden ihre Blüten an einjährigem Holz, also an den Trieben, die im Frühjahr (vor dem Blütezeitpunkt) wachsen. Hier sollte vor Austriebsbeginn kräftig geschnitten werden, um wie bei den Schnittgesetzen beschrieben, ein starkes Wachstum anzuregen. Je kräftiger geschnitten wird, desto mehr blühwillige Triebe entstehen. Wichtig ist hierbei, dass erst mit ausgehendem Winter geschnitten wird. Frieren bei einem starken Winter die Triebe weit zurück, könnte die Pflanze möglicherweise bis zum Boden hin abfrieren.

Malerisch wachsende Gehölze

Magnolie

Besonders malerisch wachsende Gehölze wie Magnolie, Zaubernuss (Hamamelis), Felsenbirne (Amelanchier) und Fächerahorn sollten nicht regelmäßig geschnitten werden. Wenn nötig werden hier nur störende, z.B. sich kreuzende Äste entfernt. Schneiden Sie lieber ganze Astpartien aus, um nur wenige Schnittstellen zu erzeugen. Dieses Umlenken auf tiefer stehende Zweige bzw. Äste formiert die meist langsam wachsenden Gehölze und erhält die malerische Wuchsform.

Der Schnitt von Formgehölzen wie zum Beispiel Buchskugeln oder Gartenbonsais kann bei Bedarf regelmäßig durchgeführt werden; jedoch nicht zu spät im Herbst, da sonst die frische Schnittstellen nicht abheilen und durch kalten Wind und Frost austrocknen können und sich braun verfärben.

Formschnitthecken wie Liguster (Ligustrum), Hainbuche (Carpinus) oder Lebensbaum (Thuja) werden im Hoch- bzw. Spätsommer geschnitten. Schneiden Sie bei bedecktem Wetter. Durch den Rückschnitt sind nun Blätter dem Sonnenlicht ausgesetzt welche zuvor von den äußeren Blättern beschattet wurden. Ein Sonnenbrand auf den Blättern droht.

Hecke schneiden

Vor allem bei Koniferenhecken ist auf einen regelmäßigen Schnitt zu achten. nur so verzweigen diese sich stark und bilden einen dichten und gleichmäßigen Sicht- und Windschutz. Werden sie längere Zeit nicht geschnitten, vergreisen sie und werden licht. Außerdem neigen sie dann dazu, unter Schneelast auseinanderzufallen. Ein radikaler Rückschnitt ist nicht möglich, da Koniferen nur schlecht aus Altholz austreiben. Die Eibe (Taxus) stellt hier eine Ausnahme dar. Sie ist extrem schnittverträglich und verfügt über ein außerordentliches Ausschlagsvermögen.
Im Querschnitt sollte eine Formschnitthecke einem schlanken Trapez gleichen. Die nach obenhin verjüngte Form ermöglicht es, dass die Pflanze auch im unteren Bereich ausreichend Licht bekommt und gleichmäßig austreibt. Zudem kann Schnee leichter abrutschen.

Hinweis:

Ab März brüten viele Vogelarten. Um deren Brut nicht zu gefährden untersagt das Naturschutzgesetz massiven Schnitt und Rodung zwischen 1. März und 30. September. Pflegeschnitte sind erlaubt. Achten Sie aber auch bei diesem Pflegeschnitt, ob Vögel nisten. Bitte erfragen Sie bei Ihrer Gemeinde welche Regelung in Ihrem Wohnort gilt.

Besuchen Sie uns und entdecken Sie die Vielfalt. Wir beraten Sie gerne.