Was bedeutet winterhart?

Teich im Winter

Was bedeutet winterhart? Und kann man das an Minusgraden fest machen?

Bei Gartenpflanzen ist die Winterhärte entscheidend für den Erfolg. Aber sind alle Gartenpflanzen gleichermaßen winterhart? Wir erklären Ihnen worauf es ankommt und welche Faktoren neben der Kälte noch eine entscheidende Rolle spielen.

Das heutzutage gängige Gehölzsortiment ist eine Zusammenstellung von Pflanzen, deren ursprüngliche Heimat häufig auf einem anderen Kontinent liegt. Ob diese eingeführte mehrjährige Pflanze jedoch den Anforderungen an unsere Winter gewachsen ist, hängt neben den Standortfaktoren wie Sonneneinstrahlung, Bodenbeschaffenheit und Feuchtigkeit vor allem von ihrer erblich bedingten Winterhärte ab.

Garten im Winter

Weil die Winter natürlich nicht überall gleich verlaufen, nimmt man sich die 1984 veröffentlichte Karte der Winterhärtezonen (WHZ) in Mitteleuropa von Heinze und Schreiber zur Hilfe. Der Einstufung in eine Klimazone liegt die durchschnittlich kälteste Temperatur eines Jahres zu Grunde. Dabei werden die Messungen summiert und durch die Anzahl der Beobachtungsjahre dividiert.

Zur Einordnung der jeweiligen Pflanze wird vorausgesetzt, dass die Pflanze einen Durchschnittswinter ohne schützende Schneedecke mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 80 % übersteht. Außergewöhnlich harte Winter sind dabei ausgenommen.

WHZ 1           unter -46 ˚C

WHZ 2           -46 ˚C bis -40 ˚C

WHZ 3           -40 ˚C bis -34 ˚C

WHZ 4           -34 ˚C bis -29 ˚C

WHZ 5           -29 ˚C bis -23 ˚C

WHZ 6           -23 ˚C bis -18 ˚C (wintergrüne Pflanzen bei Kahlfrösten schützen)

WHZ 7           -18 ˚C bis -12 ˚C (eventueller Winterschutz bei Kahlfrösten)

WHZ 8           -12 ˚C bis –  7 ˚C (Winterschutz empfehlenswert)

WHZ 9           –  7 ˚C bis –  1 ˚C (Winterschutz nötig)

WHZ 10         –  1 ˚C bis    4 ˚C (drinnen überwintern)

Während bei uns in der Region bereits weitestgehend die Winterhärtezone 6 herrscht, zählen die Bereich in Donaunähe noch zu Zone 7.Die geringe Eisbildung der Donau sowie der verstärkt auftretende Nebel verhindert eine weitere Abkühlung.

Ebenso wirken sich Hanglagen oder Kuppen sowie städtische Lagen positiv aus. In ungünstigen Tallagen und Mulden aber auch Kaltluftströme erschweren die Bedingungen. In beiden Fällen können aber regionale- und mikroklimatische Bedingungen die Winterhärtezone um eine Zone verschieben. Schützende Nischen, Unterholz oder Hecken wirken sich ebenfalls positiv auf die Zone aus – offene, zugige Ecken hingegen negativ.

Die grundsätzliche Frosthärte einer Pflanze kann wie oben erwähnt von Standortbedingungen aber auch durch Nährstoffversorgung beeinflusst werden. Pflanzen deren Triebe durch richtige Düngung ausgereift in den Winter gehen, sind wesentlich winterhärter, als solche, die durch zu späte oder zu stickstoffreiche Düngung mit jungen und weichen Trieben in den Winter gehen.

Ebenso hat der Witterungsverlauf einen Einfluss auf die Frosthärte.

Positiv auf die Winterhärte wirkt sich aus:
  • warmer Sommer
  • langer, trockener Herbst
  • früher erster Nachtfrost
  • allmählich steigernde Kälte
  • durchgehend kalter Winter
Negativ Folgen sind zu erwarten bei:
  • kaltem Sommer
  • langem und regenreichem Herbst
  • sehr warmem Herbst
  • plötzlichem Kälteeinbruch
  • auffallend milden Temperaturen im Januar/Februar mit anschließendem Kälteeinbruch

Das fehlen einer Schneedecke wirkt sich ebenso negativ auf die Winterhärte von Pflanzen aus. Eine geschlossen Schneedecke hat eine isolierende Wirkung und sorgt dafür, dass der Boden gar nicht oder nur wenig durchfriert.

Für immergrüne Gehölze birgt gefrorener Boden noch ein zusätzliches Risiko. Weil sie auch im Winter Wasser benötigen, bedeutet das Einfrieren des Erdreichs einen Stopp der Wasserversorgung. Wenn diese Pflanzen dann an einem überwiegend sonnigen Standort stehen, wird durch Sonneneinstrahlung die Verdunstung angeregt. Die Pflanzen leiden dann möglicherweise über mehrere Wochen unter dieser Trockenheit.

Um vor der sogenannten Frosttrocknis zu schützen, sollte man vorab bei der Planung vor allem bei immergrünen Laubgehölzen einen überwiegend (winter-)schattigen Standort wählen. Sind die Pflanzen bereits sonnig gepflanzt, ist es ratsam, die Pflanzen durch Abdecken mit Laub, Vlies oder Reisig von den Sonnenstrahlen zu schützen.

Winterschutz

Austrocknende Winde sind zudem eine Gefahr für immergrüne Gehölze. Auch hier sind vergleichbaren Maßnahmen zu ergreifen.

Um Trockenschäden vorzubeugen, ist es empfehlenswert, Immergrüne bei trockenem Boden während frostfreien Perioden  zu wässern.

Im Gegensatz zu ausgetrocknetem, gefrorenem Boden besteht gerade bei winterharten Kübelpflanzen die Gefahr von stauender Nässe. Häufig friert das Abzugsloch des Topfes zu und überschüssiges Tauwasser, das an milden Tagen entsteht, kann nicht abfließen. Dieses kann bei erneutem Einfrieren den Topf durch Ausdehnung beschädigen. Aus diesem Grund ist es ratsam, ausreichend Winterschutz in Form von Vlies oder Luftpolsterfolie um die Gefäße zu wickeln. Das schützt Pflanze und Gefäß gleichermaßen vor starken Temperaturschwankungen.

Legen Sie bei Ihren Outdoor-Gefäßen zwei Holzleisten unter die Töpfe. So kann überschüssiges Wasser abfließen. Andernfalls können die Gefäße am Boden fest frieren, was zu Spannungen und dadurch zu Schäden am Gefäß führen kann.

Unser Tipp:

Bei Neubepflanzung von eckigen Töpfen empfehlen wir Ihnen, die Gefäße innenseitig mit Dämmmaterial wie Styropor auszukleiden. In der Regel haben die Töpfe einen oberseitigen Rand hinter dem die Dämmung verschwindet. Geeignetes Material finden Sie häufig gebraucht auf dem Wertstoffhof. Die Dämmung schützt vor starker Kälte im Winter wie auch vor starker Hitzeentwicklung im Sommer.

Eine fachmännische Düngung nimmt starken Einfluss auf die Vitalität und somit auch auf die Winterhärte von Pflanzen. Der von März bis Juli zu gebende Dünger ist in der Regel stickstoffbetont. Dieser Nährstoff ist vorrangig für das Wachstum der Pflanze zuständig. Ab Ende Juli ist auf übermäßige Stickstoffgaben zu verzichten. Ab dem Hochsommer bereiten sich die Pflanzen bereits auf den Winter vor. Deshalb sind ab August die Nährstoffe Kalium und Magnesium entscheidend. Sie sorgen für die nötige Holzreife und unterstützen die Pflanze in Ihrem „Wasser-Management“.

Bei uns erhalten Sie – passend zur Jahreszeit – die geeigneten Dünger, um Ihre Pflanzen fit zu machen. Im Frühjahr/Sommer für gesundes Wachstum und üppige Blütenpracht, im Spätsommer/Herbst für hohe Vitalität und gute Winterhärte. Für einen guten Start – im Frühling oder bei der Pflanzung empfehlen wir Ihnen unseren Wurzelaktivator mit lebenden Mykorrhiza-Pilzen.

In unserem Pflanzenkatalog finden Sie zur besseren Orientierung Angaben zur Winterhärtezone (WHZ). Diese Angaben zur Frosthärte können allerdings lediglich ein Hinweis sein, da sehr viele Faktoren einen positiven oder negativen Einfluss auf die tatsächliche Widerstandskraft der Pflanze an einem Standtort haben.

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