Sie freuen sich auf die Apfelernte und entdecken beim Aufschneiden plötzlich einen Wurm im Apfel? Damit sind Sie nicht allein. Verantwortlich ist in den meisten Fällen der Apfelwickler, einer der häufigsten Schädlinge an Apfelbäumen.
Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich der Befall jedoch deutlich reduzieren – ganz ohne chemische Pflanzenschutzmittel. Entscheidend ist dabei, den Lebenszyklus des Schädlings zu kennen und mehrere Bekämpfungsmethoden miteinander zu kombinieren.
Warum entstehen Würmer im Apfel?
Die Larven des Apfelwicklers (Cydia pomonella) entwickeln sich im Inneren der Früchte.
Der unscheinbare, graubraune Nachtfalter fliegt je nach Witterung meist ab Mai. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier einzeln auf Blätter oder junge Früchte.
Nach wenigen Tagen schlüpfen die kleinen Raupen und bohren sich direkt in den Apfel. Dort fressen sie sich bis zum Kerngehäuse vor und hinterlassen typische Fraßgänge sowie braune Kotkrümel.
Befallene Früchte fallen häufig frühzeitig vom Baum oder eignen sich nur noch eingeschränkt zur Lagerung.
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Wussten Sie schon?
Der Apfelwickler bildet in warmen Jahren häufig zwei Generationen. Deshalb kann der Befall bis in den Spätsommer hinein anhalten. Eine regelmäßige Kontrolle des Baumes ist deshalb wirkungsvoller als eine einzelne Maßnahme.
Den Apfelwickler erkennen
Typische Anzeichen sind:
- kleine Bohrlöcher in der Schale,
- braune Kotkrümel am Eintrittsloch,
- Fraßgänge bis zum Kerngehäuse,
- vorzeitig herabfallende Früchte.
Wer einen befallenen Apfel aufschneidet, entdeckt häufig eine rosafarbene bis weißliche Raupe mit braunem Kopf.
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Fallobst regelmäßig entfernen
Eine der einfachsten und zugleich wirksamsten Maßnahmen besteht darin, befallenes Fallobst regelmäßig aufzusammeln.
Dadurch wird verhindert, dass sich die Raupen weiterentwickeln und später erneut den Baum befallen.
Befallene Früchte sollten nicht auf dem eigenen Kompost entsorgt werden.
Fanggürtel aus Wellpappe
Ab Ende Juni können Wellpappe-Fanggürtel um den Stamm gelegt werden.
Die ausgewachsenen Raupen suchen dort geschützte Plätze zur Verpuppung auf.
Kontrollieren Sie die Gürtel regelmäßig und entfernen Sie die darin versteckten Larven.
Auch Stützpfähle sollten mit einem Fanggürtel versehen werden.
Pheromonfallen richtig einsetzen
Pheromonfallen locken die männlichen Falter an.
Sie eignen sich besonders gut zur Kontrolle des Flugbeginns und helfen dabei, den Befallsdruck zu verringern.
Für einzelne Hausgärten können sie unterstützend wirken. In größeren Obstanlagen dienen sie vor allem der Überwachung des Flugverlaufs und der Bestimmung des optimalen Bekämpfungszeitpunkts.
Nützlinge fördern
Viele Tiere tragen ganz natürlich dazu bei, den Apfelwickler in Schach zu halten.
Dazu gehören unter anderem:
- Meisen,
- Fledermäuse,
- Ohrwürmer,
- Schlupfwespen.
Naturnahe Gärten mit Nistkästen, Hecken und vielfältigen Blühpflanzen fördern diese natürlichen Gegenspieler.
Gibt es resistente Apfelsorten?
Eine vollständig resistente Apfelsorte gegen den Apfelwickler gibt es nicht.
Ein vitaler Baum mit guter Pflege und einer luftigen Krone ist jedoch häufig weniger anfällig für Folgeschäden.
Regelmäßiger Schnitt, eine ausgewogene Düngung und ein gesunder Standort tragen dazu bei, dass der Baum kräftig wächst und Schäden besser ausgleichen kann.
Unser Fazit
Ein wurmfreier Apfel lässt sich im Hausgarten nicht immer garantieren. Wer jedoch Fallobst konsequent entfernt, Fanggürtel und Pheromonfallen einsetzt und gleichzeitig Nützlinge fördert, kann den Befall häufig deutlich reduzieren. Die Kombination mehrerer Maßnahmen ist dabei wesentlich erfolgreicher als einzelne Bekämpfungsmethoden.
Besuchen Sie uns – wir beraten Sie gerne rund um Pflanzenschutz, Nützlingsförderung und die richtige Pflege Ihrer Obstbäume.
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