Kirschmade

Der eigene Kirschbaum trägt reichlich Früchte – doch beim Pflücken folgt oft die Enttäuschung: In vielen Kirschen steckt eine kleine weiße Made. Verursacher ist meist die Kirschfruchtfliege, deren Larven sich im Fruchtfleisch entwickeln.

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Sortenwahl und einigen einfachen Maßnahmen lässt sich der Befall deutlich reduzieren – ganz ohne chemische Pflanzenschutzmittel.

Warum entstehen Maden in Kirschen?

Die Maden sind die Larven der Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi).

Die etwa fünf Millimeter große Fliege schlüpft je nach Witterung meist zwischen Ende Mai und Anfang Juni aus dem Boden. Sobald die Früchte beginnen, sich gelblich bis rötlich zu färben, legt das Weibchen jeweils ein Ei in eine Kirsche.

Aus dem Ei schlüpft nach kurzer Zeit eine Larve, die sich vom Fruchtfleisch ernährt. Die Folge sind weiche, braune Früchte mit einer weißen Made im Inneren.

Kirschmadenfliege

Wussten Sie schon?

Nicht jede Made in einer Kirsche stammt automatisch von der Kirschfruchtfliege. In manchen Regionen kann inzwischen auch die Kirschessigfliege Schäden verursachen. Während die Kirschfruchtfliege vor allem gesunde, reifende Kirschen befällt, nutzt die Kirschessigfliege auch andere weichschalige Früchte wie Himbeeren, Brombeeren oder Zwetschgen.

Die beste Vorbeugung beginnt bei der Sortenwahl

Wer einen neuen Kirschbaum pflanzt, kann den späteren Befall bereits deutlich beeinflussen.

Besonders früh reifende Süßkirschsorten werden häufig weniger stark befallen. Der Grund: Ihre Früchte sind oft schon weitgehend ausgereift, bevor die Kirschfruchtfliege mit der Eiablage beginnt.

Auch die Wahl der Unterlage spielt eine Rolle. Schwach wachsende Bäume bleiben deutlich kleiner und lassen sich leichter beernten oder mit einem Insektenschutznetz schützen.

Insektenschutznetze

Ein feinmaschiges Kulturschutznetz gehört zu den wirksamsten Möglichkeiten, die Eiablage zu verhindern.

Wichtig ist:

  • rechtzeitig vor Beginn des Fluges anbringen,
  • das Netz vollständig schließen,
  • bis nach der Ernte auf dem Baum belassen.

Bei kleineren Kirschbäumen funktioniert diese Methode besonders gut.

Gelbtafeln richtig einsetzen

Gelbtafeln locken die erwachsenen Kirschfruchtfliegen an und helfen dabei, den Befallsdruck zu verringern.

Sie sollten:

  • rechtzeitig vor Flugbeginn aufgehängt werden,
  • möglichst auf der Südseite des Baumes hängen,
  • gleichmäßig in der Krone verteilt werden.

Gelbtafeln allein beseitigen den Befall zwar nicht vollständig, können aber in Kombination mit weiteren Maßnahmen hilfreich sein.

Fallobst konsequent entfernen

Nach dem Verlassen der Früchte lassen sich die Larven zu Boden fallen und verpuppen sich dort.

Deshalb gilt:

  • Fallobst regelmäßig aufsammeln,
  • befallene Früchte nicht auf dem Kompost entsorgen,
  • möglichst über den Hausmüll oder die Biotonne entsorgen (je nach örtlichen Vorgaben).

Auch das Auslegen eines Vlieses oder einer Plane unter dem Baum kann helfen, die Entwicklung der Larven zu unterbrechen.

Maden nach der Ernte entfernen

Wer die geernteten Kirschen etwa zehn bis fünfzehn Minuten in kaltes Wasser legt, kann einen Teil der Larven entfernen.

Viele Maden verlassen dabei die Früchte und steigen an die Wasseroberfläche.

Diese Methode ersetzt zwar keine Bekämpfung am Baum, kann aber den Anteil befallener Früchte deutlich verringern.

Unser Fazit

Ein hundertprozentiger Schutz vor der Kirschfruchtfliege ist im Hausgarten nur selten möglich. Durch die Kombination aus einer geeigneten Sortenwahl, schwach wachsenden Bäumen, Insektenschutznetzen, Gelbtafeln und konsequenter Hygiene lässt sich der Befall jedoch häufig deutlich reduzieren.

Planen Sie einen neuen Kirschbaum? Wir beraten Sie gerne bei der Auswahl passender Sorten.

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