Himbeeren – richtig pflanzen, pflegen und schneiden.

Himbeeren

Himbeeren gehören zu den beliebtesten Beerensträuchern im Hausgarten. Ob direkt vom Strauch genascht, zu Marmelade verarbeitet oder als Zutat für Desserts – die aromatischen Früchte sind aus dem Sommer kaum wegzudenken.

Mit dem richtigen Standort und einem regelmäßigen Rückschnitt tragen Himbeeren viele Jahre zuverlässig und reichlich Früchte.

Der richtige Standort

Himbeeren bevorzugen einen sonnigen bis leicht halbschattigen Standort. Je mehr Sonne die Pflanzen erhalten, desto aromatischer fallen die Früchte in der Regel aus.

Der Boden sollte locker, humusreich und gleichmäßig frisch sein. Kurzzeitige Trockenheit wird zwar meist vertragen, während der Blüte und Fruchtentwicklung sollte der Boden jedoch nicht austrocknen.

Staunässe vertragen Himbeeren dagegen nur schlecht.

Der passende Boden

Himbeeren wachsen auf schwach sauren bis neutralen Gartenböden besonders gut.

Schwere, verdichtete Böden sollten vor der Pflanzung mit Kompost oder hochwertiger Pflanzerde verbessert werden. Bei dauerhaft feuchten Standorten empfiehlt sich eine Pflanzung auf einem etwa 20 bis 30 Zentimeter hohen Damm oder Wall. Dadurch kann überschüssiges Wasser besser abfließen und die empfindlichen Wurzeln bleiben dauerhaft gesund.

Wussten Sie schon?

Himbeeren wurzeln überwiegend flach. Eine Mulchschicht aus Rindenhumus oder Rasenschnitt hält den Boden länger feucht und unterdrückt gleichzeitig unerwünschten Unkrautwuchs.

Himbeeren richtig pflanzen

Die beste Pflanzzeit ist der Herbst oder das zeitige Frühjahr.

Vor der Pflanzung wird der Wurzelballen gründlich gewässert. Anschließend werden die Pflanzen in einem Abstand von etwa 40 bis 50 Zentimetern in der Reihe gesetzt. Zwischen mehreren Reihen sollten 1,5 bis 2 Meter Abstand eingehalten werden, damit genügend Licht und Luft an die Pflanzen gelangen.

Da Himbeeren lange, biegsame Ruten bilden, empfiehlt sich die Kultur an einem Spalier. Dieses erleichtert nicht nur die Ernte, sondern verbessert auch die Belüftung der Pflanzen.

Für ein gutes Anwachsen kann ein Wurzelaktivator mit Mykorrhiza-Pilzen die Wurzelbildung unterstützen.

Sommer- oder Herbsthimbeeren?

 

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Sommer- und Herbsthimbeeren. Beide unterscheiden sich vor allem im Erntezeitpunkt und beim Rückschnitt.

Sommerhimbeeren

Sommerhimbeeren tragen ihre Früchte im Juni und Juli an den zweijährigen Ruten.

Nach der Ernte werden ausschließlich die abgeernteten Ruten bodennah entfernt. Die jungen, frisch gewachsenen Triebe bleiben stehen, denn sie tragen im folgenden Jahr die Früchte.

Diese Schnittmethode sorgt dafür, dass die Pflanzen luftig bleiben und neue Ruten ausreichend Licht erhalten.

Herbsthimbeeren

Herbsthimbeeren fruchten von etwa August bis zum ersten Frost am diesjährigen Austrieb.

Der Rückschnitt ist deshalb besonders einfach:

Nach dem Laubfall oder im zeitigen Frühjahr werden sämtliche Ruten bodennah abgeschnitten. Die Pflanzen treiben anschließend kräftig neu aus und bilden im selben Jahr wieder Blüten und Früchte.

Ein weiterer Vorteil: Durch den vollständigen Rückschnitt werden überwinternde Krankheitserreger und Schädlinge deutlich reduziert.

Himbeere nach Rückschnitt

Rutenkrankheit vorbeugen

Rutenkrankheit

Die Rutenkrankheit zählt zu den häufigsten Erkrankungen bei Himbeeren. Typisch sind dunkle, längliche Flecken an den Trieben, die später zum Absterben einzelner Ruten führen können.

Begünstigt wird die Krankheit vor allem durch dauerhaft feuchte Standorte, dichte Bestände und eine schlechte Luftzirkulation.

Vorbeugend helfen:

  • sonniger, luftiger Standort
  • lockerer Boden ohne Staunässe
  • regelmäßiger Rückschnitt
  • ausreichender Pflanzabstand
  • Entfernen kranker Ruten

Weniger Würmer in den Früchten

Die Larven des Himbeerkäfers treten vor allem bei Sommerhimbeeren auf.

Da Herbsthimbeeren deutlich später blühen und fruchten, werden sie wesentlich seltener befallen. Wer möglichst wurmfreie Früchte ernten möchte, findet deshalb in Herbsthimbeeren eine besonders gute Wahl.

Unser Tipp: Das mitwachsende Spalier

Gerade Herbsthimbeeren lassen sich hervorragend an einem sogenannten mitwachsenden Spalier kultivieren.

Dabei werden die jungen Ruten während des Wachstums durch ein grobmaschiges Drahtgitter geführt. Dieses gibt den Trieben sicheren Halt, verhindert ein Auseinanderfallen der Pflanzen und erleichtert sowohl Pflege als auch Ernte.

Nach dem Rückschnitt wird das Gitter einfach wieder abgesenkt und kann im folgenden Jahr erneut verwendet werden.

Unser Fazit

Himbeeren gehören zu den unkompliziertesten Beerensträuchern im Garten. Mit einem sonnigen Standort, einem lockeren Boden und dem richtigen Rückschnitt danken sie es Jahr für Jahr mit einer reichen Ernte aromatischer Früchte.

Ob Sommer- oder Herbsthimbeeren – beide haben ihre Vorzüge und lassen sich hervorragend miteinander kombinieren. So genießen Sie frische Himbeeren über viele Wochen hinweg.

Besuchen Sie uns – wir beraten Sie gerne bei der Auswahl der passenden Sorten für Ihren Garten.